Abschnitt 85

Ida, so heißt das Mädchen, entpuppt sich als kluges, charmantes, wenn auch etwas schwatzhaftes Wesen. Bald finden Sie sich im Gespräch vertieft. Natürlich kennt Ida die Sitten und Gesetze des Ordens, und sie erklärt Ihnen auch die Schweigsamkeit der Mönche, die viele, wie auch Sie, als Ablehnung deuten: Der Orden des Heiligen Hüters ist eine strenge Glaubensgemeinschaft, die sich der Bewahrung von Weisheit und Wissensschätzen im Dienste des Praios und unter den Auflagen der Verschwiegenheit Borons verschrieben hat. Ohne die Erlaubnis des Klostervorstehers, des Hohen Lehrmeisters Nicola de Mott, dürfe kein Fremder je die Bibliothek betreten.

Bald verfällt Ida in leises Getuschel über de Mott, über Spukerscheinungen und die "gar merkwürdigen, unheimlichen Sitten der Mönche", und bei der Beschreibung bestimmter Rituale müssen Sie unwillkürlich schlucken...

Doch die Magd verstummt abrupt, als ein Mönch den Speiseraum betritt und mit strengen Augen den Tisch mustert. "Bruder Egidius, der Küchenwart" flüstert sie Ihnen verschmitzt zu, und augenzwinkernd legen Sie Ida ein Silberstück in die Hand. Doch die Lust auf ein Gespräch scheint der Magd vergangen, und Sie wollen sich nun in den Innenhof der Ordensburg aufmachen, denn Sie spielen mit dem Gedanken, ebenso wie Brenwir einen geruhsamen Rundgang durch die Anlage zu unternehmen (21).

Doch der Ärger über Ihren Freund ist noch immer nicht verraucht, und wäre es nicht auch vernünftiger, alleine weiterzuziehen, da mit jedem weiteren Tag der Verzögerung der Paß gänzlich unbegehbar werden kann (10)? Die Entscheidung fällt Ihnen nicht leicht...