Abschnitt 63

An Schlaf ist nicht zu denken, denn in der Nacht bricht der Sturm mit solcher Gewalt über den Finsterkamm herein, daß es Ihnen Angst und Bange wird. Sie schmiegen sich eng an Ellas warme Flanke und trösten sich mit dem letzten Rest Brombeerschnaps, den Sie in Ihrer Flasche finden. Der Tierhändler hat sich, in ein halbes Dutzend Decken gewickelt, wimmernd unter seinem Karren verkrochen, und die Tiere drängen sich mit zitternden Flanken eng aneinander. Tatsächlich ist dies das schwerste Unwetter, das Sie jemals erlebt haben, und mehrmals glauben Sie Borons Nähe förmlich fühlen zu können.

Doch als der Morgen graut, hat sich der Sturm gelegt. Der Schnee schwebt sanft zu Boden, von Wind ist kaum etwas zu spüren. Mühsam arbeiten Sie sich unter einer Schneewehe hervor und helfen der verstörten Ella auf die Beine. Von einem kleinen Hügel aus erkennen Sie das ganze Ausmaß des Schadens, den der Schneesturm angerichtet hat: Vor Ihnen, wo sich der Pfad erneut verengt und an einem Abgrund entlangführt, türmt sich der Schnee schritthoch. Es wäre wirklich lebensgefährlich, den Weg fortzusetzen, das werden auch die Mönche in Arras de Mott einsehen müssen!

Bald sind Sie wieder auf Wanderschaft, diesmal aber in umgekehrter Richtung. Am späten Nachtmittag ragen erneut die Zinnen des riesenhaften Bergfrieds über Ihnen auf. Zum zweiten Mal hämmert Ihre Faust gegen die schwere, eisenbeschlagene Pforte der Ordensburg (121) ...