Als sich Brenwir verabschiedet, schlummern Sie schon fast in Borons segensreichen Armen. Sie vernehmen noch das muntere Pfeifen des Spielmanns, der die Treppe hinuntersteigt, doch dann umfängt Sie tiefer Schlaf, der erst durch die Rückkehr Ihres Gefährten grob unterbrochen wird: Brenwir wirft Ihnen eine Handvoll Schnee ins Gesicht, und als Sie prustend hochschrecken, klopft er sich selbst lachend Mantel und Hose trocken.
"Aufwachen, Trollschläfer! Draußen färbt die Sonne die Dächer schon rosarot, und du schläfst immer noch! Los, los, hoch mit dir, bald beginnt das Fest in der Wirtsstube!"
Müde recken Sie die Arme. Fürwahr, der Schlaf hat Ihnen gut getan, und nun freuen Sie sich erst recht auf einen munteren Abend. "Erzähl, mein Freund, wie ist der Ort?" fragen Sie Brenwir und reiben sich den letzten Schlaf aus den Augen.
"Malerisch, du Schlafmütze, wahrlich malerisch! Werd nie verstehen, daß du nicht mitgekommen bist! Ich habe eine Schneeballschlacht mit der Dorfjugend hinter mir, Rufus' besten Wein genossen und mich vom Rauschen des Mühlrades inspirieren lassen. Hier, hör dir an, was mir eingefallen ist...
Der ritter waz ir untertan,
ir herze mohte niht gewan.
des fuor er in ein vremde lant,
daz er im buoch geschriben vant:
Na, wie findest du die Verse?"
Beifällig nicken Sie. Zwar verstehen Sie noch immer kaum ein Wort dieser alten Sprache, aber ihr Klang und die Melodie des Liedes vermögen Ihrem Gehör dafür immer mehr zu gefallen.
Noch während Sie sich die pelzgefütterten Stiefel über die Füße ziehen, summt Brenwir die Verse vor sich hin. Gut gelaunt schreiten Sie in die Wirtsstube (48).