Abschnitt 199

"Ich bitte mir solche Entgleisungen künftig aus!" befiehlt der Freiherr wütend, dann fährt er mit schneidender Stimme fort, Brenwirs Vergehen anzuprangern. Er hält ihm vor, seit einem Jahr an verschiedenen Orten des Mittelreiches gegen die Grundsätze des Ordens gepredigt zu haben, indem er verlauten ließ, daß das Wissen nicht zu behüten sei vor falschem Nutzen, sondern frei zugänglich für jedermann sein solle. Weiterhin habe er frank und frei behauptet, sein Vater sei zu Unrecht verurteilt und getötet worden nur ein von Rachegelüsten Verwirrter könne solche Dinge sagen, schließt der Inquisitor und nennt es ein Zeichen des Sonnengottes, daß der Ketzer hier, auf Arras de Mott, auf frischer Tat ertappt werden konnte.

Dann erst gestattet er Brenwir eine kurze Stellungnahme. Dieser hat sich wieder im Griff und spricht sehr ruhig zu den Hütern: "Ich gestehe, daß ich in die geheimen Schatzkammern dieses Klosters einzudringen bemüht war, doch nicht um zu stehlen oder irgendeinen Schaden anzurichten, wie mir hier vorgehalten wird, sondern um den Beweis zu finden, der meine und meines Vaters Aussagen rechtfertigt!!"

Brenwirs Behauptung löst Empörung unter den Mönchen aus, und der Inquisitor mahnt zur Ruhe. Unbeirrt setzt Brenwir seine Rede fort: "Vor zehn Jahren starb mein Vater unschuldig, weil dieses Klosters den Beweis für seine Behauptung versteckt hielt. Und heute soll ich ebenfalls der Lüge bezichtigt werden, obwohl hier genug Männer sitzen, die um die Wahrheit wissen!"

Nicola de Mott springt auf. "Wollt Ihr etwa sagen, ich würde die Unwahrheit sprechen, wenn ich doch sage, daß es in Arras de Mott keinerlei Beweise für Euer wirres Gerede gibt?!"

"Ja, das will ich! Und...", Brenwirs Stimme wird lauter, um sich gegen den Lärm der Mönche behaupten zu können, "ich werfe Euch vor, die gesamte Anhängerschaft des Praios gegen alles bessere Wissen zu täuschen! Ihr und Eure Mitwisser seid die wahren Ketzer!"

Der Saal beginnt zu kochen: De Mott scheint außer sich vor Wut, die Hüter schütteln fassunglos die Köpfe. Rings um Sie herum toben die Mönche und Novizen vor Empörung und Haß, mehrfach wird Brenwirs Tod gefordert. Hilflos müssen Sie mitansehen, wie der immer noch seine Unschuld Beteuernde erneut zu Boden geworfen wird und mehrere Tritte in den Leib bekommt.

Während um Sie herum der Lärm langsam abebbt, stehen Sie erneut vor der Frage, was zu tun ist. Wenn man an den Beweis käme, von dem Brenwir gesprochen hat, dann wäre ihm ganz sicher geholfen... Aber wie und wo ihn finden?

Vielleicht haben Sie bereits genug gehört, um zu wissen, wie Sie Brenwir doch noch helfen könnten, und wollen nach draußen auf den Hof eilen (117). Womöglich haben Sie sich inzwischen auch zur raschen Abreise entschlossen, um keine Verwicklung in das Treiben der Inquisition zu riskieren (106). Ansonsten bleiben Sie in der Halle und warten den weiteren Gang der Verhandlung ab (107).