Praios Antlitz steht schon hoch am Himmel, und auch Ihr Magen zeigt an, daß die Mittagszeit naht. Ihre ausgedehnten Wanderungen durch die Klosteranlage haben Ihnen die vielfältigsten Eindrücke beschert. Umso mehr haben Sie sich nun eine Ruhepause verdient, und darum schlendern Sie gemächlich zurück in das Gästehaus. In der Brauerei, die Sie zwangsläufig durchqueren müssen, um in das Obergeschoß mit den Schlafkammern zu gelangen, werden Sie von einigen freundlichen Novizen zur Verkostung des "de Motter Winterbieres" eingeladen, den ersten Litern in diesem Jahrgang.
Nach einigen herzhaften Schlucken können Sie den Wohlgeschmack des edlen Tropfens mit gutem Gewissen loben, anschließend begeben Sie sich in Ihre Kammer. Dort verweilen Sie, bis die Glocke der Kathedrale die Mittagsstunde einläutet, und suchen schließlich das Gesindehaus auf, um von den Gerichten der Klosterküche zu speisen. Es gibt Fisch in einer Brühe aus Wein, Butter, Knoblauch und Thymian, dazu selbstverständlich das gute "Winterbier" und kräftigen Wein aus den Kellereien der Ordensburg.
Die hübsche Magd von heute morgen sehen Sie leider nicht, und auch von Brenwir fehlt jede Spur. Also genießen Sie schweigend das Mahl und lassen noch einmal die Erlebnisse während des Rundgangs im Geiste an sich vorüberzuziehen. Am Tisch sitzt auch ein neuer Gast, ein Tierhändler, der im Laufe des Morgens eingetroffen ist. Er schwatzt unaufhörlich von der Beschwerlichkeit des eingeschneiten Paßweges, von seinen Pferden und Eseln, die ihm während eines Schneesturms beinahe weggelaufen wären, von dem bevorstehenden Handel mit dem Proviantmeister und ähnlich fesselnden Dingen. Als das Mahl beendet ist, schwören Sie sich, dem redseligen und augenscheinlich nicht gerade klugen Kerl aus dem Weg zu gehen.
Doch Sie hätten sich nicht zu sorgen brauchen, denn bald darauf ruft eine Glocke zum Tagesgebet, an der nicht nur die Ordensbrüder, sondern auch das Gesinde und alle Klostergäste teilnehmen müssen. Also machen Sie sich auf den Weg in die Gotteshalle, an deren gewaltiger Größe Sie sich immer noch nicht satt gesehen haben (27).