Abschnitt 1

Vorsichtig pirschen Sie sich heran. Die Stimme des fremden Sängers ist verstummt, doch die Klänge der Laute leiten Ihren Weg. Es dauert nicht lange, da gelangen Sie an eine kleine Wegkreuzung. Ein verwitterter, windschiefer Wegweiser zeigt nach Greifenfurt, von wo Sie gerade herkommen, und ein zweiter in die andere Richtung nach Corwick, einem kleinen Örtchen am Fuße des Finsterkamms, durch das der Weg über den Paß führt.

Am Rand der Kreuzung sitzt ein Mann, den Sie auf höchstens 30 Jahre schätzen. Er trägt wie Sie pelzgefütterte Stiefel und einen schweren, warmen Kapuzenmantel. Versonnen streicht er über die Saiten einer Laute und pfeift dazu leise ein Liedchen. Neben ihm ist ein struppiger Esel angebunden, ein Wanderstock und Satteltaschen liegen im Schnee.

Erfreut, in dieser Abgeschiedenheit einen anderen Menschen anzutreffen, wollen Sie gerade auf sich aufmerksam machen, als das Grautier den Kopf hebt und zu wiehern beginnt. Sofort springt der Spielmann auf, und in Sekundenschnelle hält er einen Degen in der Hand.

Scharf durchdringt sein Ruf die Waldesruhe: "Wer da? Erklärt Euch, Fremder!"

Sie beeilen sich, das Dickicht zu verlassen. "Steckt weg den Stahl, mein Freund, und erlaubt einem müden Wandersmann, sich zu Euch zu gesellen!" erwidern Sie und heben die Hand zum Gruße. Der Fremde scheint sichtlich erleichtert. Er tätschelt dem Esel beruhigend den Hals und lädt Sie ein, sich zu ihm zu setzen das lassen Sie sich nicht zweimal sagen, und schon bald sind Sie in ein Gespräch vertieft. Der Fremde ist ein fahrender Bänkelsänger, der sich Brenwir von Winhall nennt. Als Sie ihm eröffnen, daß Ihr Ziel Lowangen sei, teilt er Ihnen freudig mit, daß auch er in diese Richtung ziehen wolle, und sofort einigen Sie sich darauf, die Weiterreise gemeinsam anzutreten, denn in Firuns kalten Zeiten ist es immer ratsam, in Begleitung durch die Berge zu ziehen.

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