Schon früh werden Sie geweckt vom geschäftigen Treiben der Mönche und Bediensteten. Wohl ausgeruht öffnen Sie die Fensterläden und bemerken, daß dichter Nebel über dem Paß liegt ein schlechtes Omen für Ihre Weiterreise. Im Osten geht soeben strahlend die Praiosscheibe auf und vertreibt die Dämmerung. Nun erkennen Sie erst die Würde und Erhabenheit des Tempelbaus, denn als die ersten Strahlen die Fenstergläser der Halle treffen, schillern und funkeln jene in allen Farben. Wie weit muß dieser Glanz über das Gebirge scheinen, über den Dunst des Nebels! Sie beginnen zu erahnen, warum der Orden des Heiligen Hüters diesen abgeschiedenen Ort zur Stätte seines Wirkens auserkoren hat: Hier oben, unter Praios Lächeln, fühlen auch Sie sich nahe am Himmelszelt, und der Turm der Bethalle erscheint Ihnen wie eine Säule, die hinaufreicht in Praios Reich.
Staunend treten Sie vom Fenster zurück und bemerken, daß auch Brenwir sich erhoben hat. Zwar nickt er Ihnen zu, doch ein düsterer Schleier liegt über seinen Zügen. "Höre, mein Freund: Ich habe mich entschlossen, hier noch eine weitere Nacht zu verbringen. Der Nebel würde die Weiterreise sehr erschweren, und eine längere Ruhepause haben wir uns redlich verdient."
Ohne erst Ihre Entgegnung abzuwarten, kleidet sich der Spielmann an und teilt Ihnen mit, er würde den Tag über gerne allein durch das Kloster streifen, angeblich um innere Ruhe zu finden. Irgendwie ärgern Sie sich über den Gefährten, und als dieser mit den Worten "Du mußt mit dem Essen nicht auf mich warten!" die Kammer verläßt, fühlen Sie sich richtiggehend brüskiert... Sie sehen Ihren ganzen Zeitplan bedroht und beschließen nach reiflichen Überlegungen, ohne den Spielmann weiterzuziehen. Sein abweisendes, kaltschnäuziges Gebaren müssen Sie nun schon über sich ergehen lassen, seit er gestern abend die Übernachtung in der Höhle abgelehnt hatte, und schließlich sind Sie Manns genug, um alleine über den Paß zu kommen.
Die Worte Ihres Freundes klangen jedoch nicht völlig unvernünftig; eine längere Rast könnte auch Ihnen nicht schaden und für Brenwirs seltsames Verhalten findet sich sicherlich irgendeine Erklärung. Nach diesen Überlegungen fassen Sie einen Entschluß: Sie wollen kurzerhand die Ordensburg verlassen (10) oder lieber doch hierbleiben und bei einem guten Frühstück den heutigen Tagesablauf planen (77).