Kurz vor dem Dorfausgang vernehmen Sie einen leisen Ruf. Sie wenden den Kopf und erkennen ein junges Mädchen, das hinter einer Hütte steht und Ihnen auffordernd zuwinkt. Meint sie wirklich Sie? Fragend deuten Sie sich auf die Brust, und das Mädchen beginnt heftig zu nicken. Neugierig gehen Sie zu ihr hin und lassen sich in eine enge, halb verfallene Hütte führen, in der trotz eines winzigen Feuers bittere Winterkälte herrscht, da die Wände, nur spärlich mit Lehm und Stroh verkleidet, voller Löcher sind, durch die der Wind nur so pfeift.
"Warum führst Du mich hierher, Mädchen?", fragen Sie erstaunt, doch die Antwort ist so beschämend einfach, daß Sie sich fragen, warum Sie nicht sofort darauf gekommen sind: Noch während Sie die Hütte betrachten, hat sich das Mädchen sie zählt kaum sechzehn Jahre - entkleidet und schmiegt ihren schmutzigen Körper fest an Sie. "Ein Taler, ein Taler!", haucht sie flehentlich, und mit hochrotem Kopf starren Sie das nackte Wesen an. Was sollen Sie bloß tun?
Schnürt Ihnen das Mitleid die Kehle zu, sitzt Ihnen ein heißer Kloß im Hals und zittern Ihnen die Knie vor Scham? Dann geben Sie der Kleinen doch das Goldstück, das sie von Ihnen verlangt (75)!
Oder bewahren Sie trotz allem einen kühlen Heldenkopf..? (84)