Abschnitt 64

Es ist kurz vor Mitternacht, und Sie amüsieren sich prächtig. Manchmal schielen Sie allerdings mit leisem Neid zu Brenwir hin, den etliche junge Mädchen, allesamt niedlich anzuschauen, umringen, Strophe für Strophe gebannt an seinen Lippen hängend während die männliche Dorfjugend wütende Blicke auf den Spielmann wirft und ihn wohl längst zum Namenlosen wünscht. Der Gefährte zwinkert Ihnen aufmunternd zu, und Sie fordern flugs eine Maid zum Tanzen auf.

Zwar ziert sich das Mädchen ein wenig, aber nicht umsonst pflegte man Sie in Ihrer Heimat mit dem Beinamen "der Charmante" zu schmücken... Das junge Ding ist wirklich bildhübsch und scheint allmählich Vertrauen zu Ihnen zu fassen: Mit Heldenmut sehen Sie dem nächsten Schritt ins Auge... Doch ausgerechnet da ist das Fest plötzlich zuende. Waldemar bittet Brenwir innezuhalten, und die Corwicker verstreuen sich nach und nach. Erstaunt fragen Sie sich, warum, denn schließlich ist es erst kurz nach Mitternacht, aber auf Ihre Fragen erhalten Sie von Ihrer "Beute" und anderen Dorfbewohnern nur ausweichende Antworten.

Waldemar bittet die Gäste seines Hauses, zu Bett zu gehen, doch Brenwir und Sie bleiben noch in der Wirtsstube und werfen sich verwunderte Blicke zu. Während das Wirtspaar die Stube aufräumt und sich die letzten Gäste verabschieden, bemerken Sie etwas Sonderbares: Draußen auf dem Dorfplatz stapeln einige Corwicker Lebensmittel und ein Bierfaß, um sodann schleunigst in ihren Häusern zu verschwinden. Und mit einem Male herrscht Ruhe in dem malerischen Örtchen, das eben noch von lustigem Gesang und Zecherei erfüllt war. Als Waldemar die Tür der Herberge verriegelt und die Lichter löscht, gehen Brenwir und Sie ebenfalls zu Bett (72) ...