Abschnitt 5

Und wieder wandern Sie den engen Bergpfad entlang, Ihre Laune ist finster und hellt sich auch nicht auf, als das Wetter besser wird: Zwar hängen Wolken tief über den Bergen, aber weder Schnee noch Regen oder Wind stört Ihre Wanderschaft. Ja, Sie vermissen die Gesellschaft des fidelen Spielmanns - Brenwirs munteren Gesang, den Klang seiner Laute, seine immer ebenso trefflichen wie spaßigen Kommentare. Warum hat Sie Ihr Freund bloß versetzt? Ach, keinen weiteren Gedanken wollen Sie an diesen treulosen Kerl verschwenden, sagen Sie sich. Ärgerlich beschleunigen Sie die Schritte...

Der Tag neigt sich schon dem Abend zu, und ohne Unterlaß sind Sie dahermarschiert, angetrieben von Grübelei, tiefem Groll und dem brennenden Begehren, dieses verflixte Gebirge endlich hinter sich zu lassen. Ihr einziger Trost ist die Schriftrolle, die Sie, unter Ihrem Gewand verborgen, immer wieder an das reichlich gefüllte Goldsäckel erinnert, das Sie in Lowangen erwartet.

Doch als erste starke Windböen aufkommen und sich dicke dunkelgraue Wolken auftürmen, vermag nicht einmal mehr dieser Gedanke Sie bei Laune zu halten. Es wird nicht lange dauern, bis Firun erneut einen Schneesturm über das Gebirge jagen läßt, und Sie halten verzweifelt Ausschau nach einem günstigen Notunterschlupf. Zu beiden Seiten des Pfades erheben sich hier mächtige Felswände, nur dann und wann öffnen sich seitlich des Weges enge Schluchten, in denen karge Wäldchen den Stürmen trotzen.

Gerade als Sie durch eines dieser Wäldchen wandern, dringt eine zornige Stimme an Ihr Ohr. Sie gehen weiter und sehen vor sich auf dem Weg den Karren des schwatzhaften Tierhändlers, der ebenso wie Sie das Kloster am Morgen verlassen hatte. Etwa ein Dutzend Pferde, Maultiere und Esel sind an seinem klapprigen Gefährt festgebunden, doch von dem Händler selbst ist nichts zu sehen. Statt dessen vernehmen Sie aus einem Gebüsch seitlich des Weges wildes Gefluche: "Du elendes, nichtsnutzes Grauvieh! Und ich Depp geb' für so ein stures Biest noch teuer Geld aus, heute morgen...!"

Immer wieder ertönt das laute Schnauben eines Esels, und Sie haben für einen Augenblick den Eindruck, als wäre es... ach was, das kann nicht sein! Gehen Sie eilig weiter, um den nervtötenden Schwatztiraden des Händlers zu entgehen (34), oder wollen Sie allen Ernstes dem guten Mann behilflich sein (49)?