Abschnitt 177

Kaum haben Sie die Aussagen bestätigt, beginnt Brenwir zu toben: "Dieser Verräter, auch er zur Lüge gezwungen! Laßt mich nur dies Lied noch singen und dann sterben, ihr Toren:

Gienge ze de buochen, zur hal mit einem tischelin,
de wande ze de norden, der buochen borde,
daz buoch von grozen helden, souche unde vinde,
des muoz diu türe zeigen, ich bit iuch, edel held!"

Der Inquisitor entläßt Sie mit einer herrischen Geste. Sie jedoch haben nichts anderes im Sinn als diese Strophe - denn Sie ahnen, daß Brenwir Sie noch nicht aufgegeben hat! Im Gegenteil, er nutzte diese letzte Gelegenheit, Ihnen einen Fingerzeig zu geben, wie ihm vielleicht noch zu helfen ist... Die Worte klangen panisch, die einstmals so gefälligen Reime glichen einer Lawine altsprachiger Brocken.

Die Mönche und Novizen wettern gegen den Sänger, der den Verrückten mimt und wild zu tanzen beginnt, die Wachen lassen ihn gewähren. Der Inquisitor wechselt ein paar Worten mit seinem Knappen, dann läßt sich Brenwir zu Boden fallen und regt sich nicht mehr.

Sie atmen auf, als Sie den Blicken den Hütern entronnen sind und wieder bei den anderen Zuschauern stehen (123).