Der nächste Morgen scheint eine große Überraschung für Sie bereitzuhalten: Als Sie sich angezogen haben und in das Gesindehaus eilen, um dort Ihr Frühstück einzunehmen, können Sie auf den Gängen kaum ein Geräusch, geschweige denn das gewohnte morgendliche Geschnatter der Mägde, hören. Sehr zu Ihrem Erstaunen sind bereits alle Bediensteten im Speiseraum des Gesindehauses versammelt und löffeln stumm ihre Brotsuppe. Ab und zu ist ein leises Murmeln zu vernehmen, seltsam berührt setzen Sie sich zu einem der Knechte.
"Freund, was ist vorgefallen?" erkundigen Sie sich mit vorgehaltener Hand bei Ihrem Tischnachbarn. "Wißt Ihr das etwa noch nicht?" erwidert der Knecht mit einem Ausdruck sichtlichen Erstaunens. "Nein, was ist denn passiert? Sprich!"
Der dickliche Knecht, der sich Götz nennt, berichtet Ihnen von einem Todesfall, der sich in dieser Nacht in der Krypta ereignet hat. Entsetzt folgen Sie seinem Bericht: Ein junger Novize namens Anwir habe sich selbst erhängt. Man hätte seine Leiche mit einem Strick um den Hals heute morgen im hinteren Gewölbe der Krypta gefunden. Entsetzt erkennen Sie, daß es sich bei diesem Bedauernswerten nur um den Ihnen bestens bekannten Alwir handeln kann!
Während Götz sich weiter über die möglichen Todesursachen des Knaben ausläßt, schweifen Ihre Gedanken in weite Ferne. War es vielleicht gar kein Selbstmord warum sollte sich dieser junge Mann auch einfach umbringen? Könnte nicht gar der finstere Egidius den Jungen getötet oder ihn zumindest in den Selbstmord getrieben haben? Nein, einen Mord können Sie so recht keinem der Mönche zutrauen, und Sie verwerfen diese törichte Idee wieder.
Die Tempelglocke schreckt Sie aus Ihren Überlegungen auf. Sie schließen sich den anderen an, die zum Tempel strömen, um dort an einer Totenmesse teilzunehmen (116).